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ICH war das Problem meiner Probleme


“Es ist dein Problem.”

“Du kannst nicht die anderen ändern, nur dich selbst.”
“Wie es in den Wald ruft, so schallt es zurück”.

Bla bla bla,… wenn man es nicht versteht ist es sinnfrei. Sprüche für’s Poesie Album und fertig. Wenn man es nicht spürt… wenn man keine Beweise hat, dann ist es halt nichtig.

“Wozu soll ich mich ändern, wenn mein Kind nie seine dreckige Wäsche in den Wäschekorb macht?”
“Warum soll ich meinem Mann die Socken raus suchen, dann lernt er es doch nie!”
“Warum soll ich mich verbiegen, ich bekomme nicht mal ein Danke!”
“Soll ich jetzt etwa wortlos immer alles alleine machen?!”
So ein Schwachsinn!

Das waren so ungefähr meine Gedanken zu solchen Sprüchen.

Man macht das aber so!

Wie soll das funktionieren, wenn ICH mich ändere? Dadurch ändern sich doch nicht die anderen! Das Problem ist das selbe. Das ist doch Blödsinn.

Und dann ging LASS DAS soweit, das sich mein Wortschatz ganz automatisch änderte. Dadurch, dass ich darauf verzichtete, meinen Kindern ständig zu sagen, was sie nicht machen sollen, wurde auch ich ruhiger. Ich zwang mich die Klappe zu halten und bemerkte das ich nicht mehr diese innerliche Erwartung eines Unfalls hatte.
Das klappt nicht immer, aber immer öfter.

Mal den Teufel  nicht an die Wand

Ich empfinde es als vollen Erfolg, wenn ich die Küche, mit lauter Musik aufräumen kann, während meine 3 “kleinen” auf dem Trampolin springen (und ich sie weder sehen noch hören kann). Mittlerweile bin ich an einem Punkt, wo ich mir denke: wenn etwas passiert, werde ich es früh genug mitbekommen und ich muß mich nicht schon vorher verrückt machen. Wir unternehmen etwas, wenn es soweit ist. Punkt.

Entschleunigung

Allein dies hat mich entschleunigt.
Ich wurde glücklicher – weil ich mich daran erfreuen konnte, dass sie so viel Spaß haben und sich eben nicht weh tun, obwohl ich nicht dabei bin. Ich freute mich über jeden meiner Erfolge – was heißen soll, einfach mal Klappe halten und Vertrauen.
Ich habe seitdem selten so viele Tage, Wochen hintereinander erlebt, wo ich mal nicht schimpfen musste.
Und wenn ich das so schreibe, hört sich das so völlig unglaubwürdig an, weil ich weiß, dass man als Mama eigentlich immer am meckern ist. Weil immer irgendwas falsch ist. Oder nicht zu Ende gemacht wurde. Oder nicht aufgeräumt ist. Oder wieder die Schuhe im Flur stehen. Oder, oder, oder…
Aber es ist Tatsache. Wenn ich jetzt schimpfe, hat es einen wirklichen Grund.

Hat es doch immer, wenn sie nicht das machen, was ich sage”

– hätte ich vor nicht allzu langer Zeit gedacht.

Umgedacht

Nein, denn das eigentliche Problem war ich.
War meine Erwartung.
War mein Denken.
War meine Herangehensweise im Alltag.
Viel zu schnell habe ich meinem Umfeld unterstellt, sie hätten da ja eh keinen Bock drauf.
Hab gesagt: “Das wird doch eh nichts”.
Hab gedacht: “Das war wieder so klar.” – ohne zu merken, das es an mir liegt.

Es stört meinen Männe nicht, wenn die Schuhe mitten im Flur stehen. Es stört auch unsere Kinder nicht. Und auch hat noch nie jemand, dem ich die Tür geöffnet habe, gesagt: “Alter! Warum stehen eure Schuhe im Flur?! Räum mal auf”

Es ist mein Problem. ICH WILL das er das in den gottverdammtenwozuhabenwirdennsonstdenscheiß  Schuhschrank stellt.

Und ganz oft waren es auch meine Schuhe, die ich heimlich – während ich laut schimpfte, dass sie ihre Scheiße echt mal wegräumen könnten – in den Schuhschrank schmuggelte…

Ich, ich, ich.

Es war mein Problem das ich mit Wutanfällen, weinen (wegen Schmerzen), und bockenden Kindern nicht klar kam. Oder mit Unordnung oder der “in der Ruhe liegt die Kraft” Arbeitsweise regelmäßig explordiert bin.

Ich habe nie gelernt es auszuhalten. Weil mir schon als Kind gesagt wurde, dass ich mich zusammen reißen soll. Weil ich als Kind meine negativen Gefühle nicht zulassen durfte konnte ich es bei meinen Kindern lange Zeit nicht aushalten, da bin ich ehrlich.
AUA wurde weggepustet und gesagt “na nu is aber mal wieder gut!” statt mein Kind so lange in den Arm zu nehmen, wie es das braucht und es in seinem Schmerz zu unterstützen. Dafür hatte ich lange Zeit keine Kraft. Ich war damit überfordert, weil ich nicht wusste, wie ich damit umgehen soll. Wie ich es aushalten soll. Weil ich als Kind nie lange leiden durfte.

Aushalten erlernen

Auch war es mein Problem, wenn ich es nicht aushalte, meinem Kind (gefühlten) 10 min zuzuhören und es nicht auf den Punkt kommt.
Weil ich als Kind schon so unter Druck gesetzt wurde, dass ich ins stottern kam. Ich hatte kaum jemand, der mir geduldig zugehört hat.
Heute: “Öffentliche” (oder mehr als 6 Menschen) Auftritte, wo mir alle Zuhören? Never. Da kommt nur Sprachsalat raus.
Nun bin ich es, die auf der anderen Seite sitzt und sich hart beibringen musste zuzuhören (und die Klappe zu halten). Wie oft habe ich nebenbei etwas anderes gemacht? Bin von A nach B im (selben) Raum rumgelaufen, weil ich es als sehr anstrengend empfand einfach sitzen zu bleiben und nur abzuwarten.
Auch heute fällt es mir noch schwer geduldig zu sein, leider, aber mir ist bewusst, wie wichtig es ist, einfach zuzuhören. Augenkontakt. Wahrnehmen. Bei meinem Kind sein. Es nicht als Nebensache zu betrachten. Ein Kampf, der sich lohnt.

Ich war das Problem meiner Probleme und das bin ich auch heute teilweise noch. Immer dann, wenn ich das Gefühl habe, mir knallt alles um die Ohren und ich muss mich zerreißen. Dann habe ich keine Geduld und dann sagt eine Stimme in mir: Das muss aber so. Damit es schneller geht.

Aber sie hat nicht Recht.
Sie ist nur Gewohnheit.

Übrigens auch im Haushalt. Ich räum (meist) nur noch auf, weil es mich stört.
Oder wir kein Geschirr mehr haben… 😉

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